Sebastian Nitschke
Ich begleite Menschen an den Übergängen zwischen innerer Erfahrung, psychologischer Reifung und spiritueller Suche. Das lauschende Herz ist kein Konzept, das ich mir ausgedacht habe – es ist die Frucht eines langen eigenen Weges.
Ein Gebet, das tiefer reichte als jede Überzeugung
Mit achtzehn war ich zum ersten Mal in Taizé, der ökumenischen Gemeinschaft in Frankreich. Mit dem Christentum konnte ich damals inhaltlich wenig anfangen – aber das gemeinsame Gebet, der Gesang, die Stille berührten mich tiefer, als ich es erklären konnte. Diese Spannung hat mich nie wieder losgelassen: dass innere Erfahrung wahrer sein kann als das, was der Kopf darüber denkt.
Aus dieser Erfahrung wurde eine doppelte Lebensspur. Die eine führte in die Spiritualität, die andere in die Psychologie – und im Grunde war es immer dieselbe Suche in zwei Sprachen.
Zwei Wege, eine Frage
Die spirituelle Spur führte mich nach Asien: Ich lernte in Thailand den Buddhismus kennen, praktizierte zwei Jahre im Zen und war danach viele Jahre mit einem tibetisch-buddhistischen Lehrer unterwegs. Später habe ich anderthalb Jahre lang ein tibetisch-buddhistisches Retreat-Zentrum mit aufgebaut und dort gelebt – der Sehnsucht nach einem kontemplativen, dem Inneren gewidmeten Leben folgend.
Die psychologische Spur war nicht weniger leidenschaftlich. Mich packten früh die humanistischen Verfahren, weil es dort um wirkliches Erleben geht, nicht um Theorie über Menschen: der personzentrierte Ansatz nach Carl Rogers, Gestalttherapie, Focusing – später Körperpsychotherapie und Hypnotherapie. Ich habe Psychologie studiert und die approbationsführende tiefenpsychologisch fundierte Ausbildung abgeschlossen. Seither arbeite ich als Psychotherapeut.
Die Krise, die zum Geschenk wurde
Nach vielen Jahren buddhistischer Praxis geriet ich in eine tiefe Krise. Etwas fehlte – und irgendwann konnte ich es benennen: ein schöpferisches Prinzip. Eine Wirklichkeit, die nicht nur Stille und Loslassen ist, sondern Liebe, Kraft, Werden. Ich begann noch einmal ganz von vorn zu suchen – und fand zweierlei.
Ich fand zurück zur christlichen Mystik, die mich seit Taizé begleitet hatte. Und ich entdeckte Sri Aurobindo – eine Spiritualität, die die Welt nicht verlässt, sondern sie verwandeln will. Ich habe seine Schriften verschlungen, und später bin ich für anderthalb Jahre nach Indien gereist: zu den Orten Sri Aurobindos und der Mutter, durch Ashrams und zu den heiligen Plätzen des klassischen Indien. Ich wollte nicht nur lesen, sondern fühlen, was dort lebt.
Das lauschende Herz
Seit meiner Rückkehr gibt es diesen einen starken Wunsch: die Welten von Psychotherapie und Spiritualität zusammenzuführen – zu einer Praxis, die aus den Quellen schöpft, die mich verwandelt haben, und die zugleich Menschen unserer Kultur wirklich erreicht. Auf diesem Weg habe ich eine Taizé-Gebetsgruppe und die Sri Aurobindo Sangha gegründet.
Das lauschende Herz ist der Versuch, all das zu integrieren: kontemplative Tiefe, psychologische Redlichkeit und eine Gemeinschaft, die trägt, ohne zu vereinnahmen. Es ist nicht mein erstes Projekt. Es ist die Sammlung meines Weges.
Wie ich begleite
Ich verstehe mich als spiritueller Wegbegleiter und verantwortlicher Leiter dieses Übungswegs – nicht als Guru und nicht als Coach. Ich behaupte keine exklusive Wahrheit und keine besondere Erleuchtung. Ich halte Räume, gebe Praxis weiter und begleite Unterscheidungs- und Wandlungsprozesse: klar in der Haltung, offen im Dialog, achtsam gegenüber den Grenzen geistlicher Autorität.
Meine psychotherapeutische Praxis führe ich getrennt von diesem Weg. Die Angebote von Das lauschende Herz sind keine Psychotherapie und ersetzen keine. Die therapeutische Erfahrung wirkt hier als Hintergrund – als Verantwortung dafür, dass spirituelle Tiefe und psychologische Sorgfalt zusammengehören.
- Diplom-Psychologe, approbierter Psychotherapeut (tiefenpsychologisch fundiert)
- Ausbildungen: Personzentrierter Ansatz (Carl Rogers), Gestalttherapie, Focusing
- Vertiefungen in Körperpsychotherapie (u. a. Hakomi) und Hypnotherapie
- Über 25 Jahre eigene kontemplative Praxis in christlichen und buddhistischen Traditionen
- Mitaufbau eines Retreat-Zentrums, ausgedehnte Studienzeit in Indien
- Gründer einer Taizé-Gebetsgruppe und der Sri Aurobindo Sangha
Am besten lernst du meine Arbeit nicht durch Worte kennen, sondern in der Stille.
Zum offenen Abend